Vision

Wenn wir unsere Augen schließen und uns die Stadt vorstellen in der wir gerne leben möchten, was für eine Stadt sehen wir dann? Wie bewegen wir uns in ihr? Wie gestaltet sich unser Leben? Wie und in welchem Zusammenhang stehen Leben und Arbeiten? Welchen Platz haben unsere Kinder in dieser Stadt? Welche Wege legen wir täglich in ihr zurück? Wie werden unsere Sinne im Stadtleben gefordert? Welche Rolle spielen Autos?

Die Stadt die ich vor Augen habe ist groß. Sie bietet allen Menschen genug Platz ein gutes Leben zu führen. Verschiedene Kulturen leben nicht abgeschottet von einander in verschiedenen Vierteln, sondern teilen sich ihren Lebensraum. Im öffentlichen Raum haben wir die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu kommen und uns auszutauschen. Der Grund vor unserer Haustüre gehört keinem Investor, sondern der Stadt und wir haben die Möglichkeit unsere Umgebung mitzugestalten. Der Weg zu unserem Arbeitsplatz und anderen Lebensmittelpunkten ist so kurz, dass wir ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Allgemein hat sich die Nahverkehrsinfrastruktur verändert. Der öffentliche Verkehr ist sauber und CO₂-neutral und für alle Menschen zugänglich, genau wie alle anderen Ressourcen. Unsere Stadt ist gegenüber Umwelteinflüssen und extremem Wetter widerstandsfähig und resilient, die Luft die wir atmen sauber und wir sind keinen Umweltgiften ausgesetzt. Die Stadt in der wir leben ist eine, die wir mit keiner anderen auf der Welt tauschen wollen.

Öffne ich die Augen sehe ich andere Städte. Ich sehe Städte wie London in denen mancherorts nicht mehr demonstriert werden darf, weil der Boden dort nicht der Stadt, sondern privaten Unternehmen gehört. Ich sehe New Delhi in Indien, wo ein öffentliches Leben durch die Luftverschmutzung fast unmöglich geworden ist.  Städte wie Paris, welche arme und reiche Menschen stark getrennt voneinander leben lassen.

Wie es scheint, ist die Dystopie viel realer als das so eben utopisch gezeichnete Bild. Und es scheint naiv von einer anderen Stadt zu träumen. Unsere Spezies scheint unfassbar gut darin zu sein, ihren eigenen Untergang immer wieder neu zu erschaffen. Wir erfinden in Science-Fiction Filmen unzählige Apokalypsen, doch bei der Vorstellung wie eine bessere Welt aussehen könnte, haben sie schon größere Schwierigkeiten.

Deshalb stellen sich mir die Fragen: Wie könnte eine Stadt aussehen die genau auf unsere Bedürfnisse eingeht? Die wir selbst mitgestaltet haben? Was würde passieren, wenn wir uns von unseren negativen Vorstellungen abwenden würden und uns eine Umgebung schaffen, die wirklich gut für uns ist?

In diesem Blog soll es um die Veränderung von Gedankenmustern gehen. Eine Stadt hat so und so auszusehen? Nein! Ich möchte keine Vorgaben, oder eine fertige Lösung bieten. Ich denke, wir glauben häufig Experten sein zu müssen, um eine Meinung haben zu dürfen. Dabei vergessen wir, dass nicht die Gebäude, die in Infrastruktur, oder die Stadtverwaltung die Stadt ausmachen, sondern wir Menschen die darin leben.  Mir geht es um einen kreativen Prozess, um Sichtweisen und Möglichkeiten. Und vor allem, um das Gefühl etwas verändern zu können und das Recht zu haben, die eigene Umgebung kreativ mitgestalten zu dürfen.