Welt von Morgen

„Auf dieser Welt, hier ist Öl mehr wert als Wein…“

Faber in: in Paris brennen Autos

Man wirft meiner Generation häufig vor unpolitisch zu sein, sich nicht für das Tagesgeschehen und globale Belange zu interessieren. Tatsächlich fühlen sich viele Menschen in meinem Alter mit einer Welt konfrontiert, die so komplex und paradox ist, dass man manchmal glaubt, sie gar nicht überblicken zu können. Uns wurde eine Welt hinterlassen, die auf so vielen Ebenen hoffnungslos zerstört scheint und es fällt schwer sich eine Zukunft vorzustellen. Wie der Urbanist und Soziologe Mike Davis anführt: „gibt es keinen historischen Präzedenzfall , auf dessen Grundlage wir besser begreifen könnten, was in den 2050er Jahren geschehen mag, wenn eine Weltbevölkerung von 9 bis 11 Milliarden Menschen mit Klimachaos und der Erschöpfung von fossilen Brennstoffen kämpfen wird. Für die Zukunft (…) ist nahezu jedes Szenarium denkbar, vom kompletten Zusammenbruch der Zivilisation bis hin zu einen neuen goldenen Zeitalter…“ (Mike Davis; Wer wird die Arche bauen?; Das Gebot zur Utopie im Zeitalter der Katastrophen.)

Wenn Mike Davis von den 2050er Jahren spricht, redet er von einer Zeit in der ich Anfang fünfzig sein werde. Versuchen wir als anhand von Zahlen zu verstehen, wie mein Leben zu dieser Zeit aussehen könnte. 2050 leben laut Davis 9 bis 11 Milliarden Menschen auf der Welt. Davon werden, so das Bundesamt für politische Bildung, in wirtschaftlich sich entwickelnden Ländern 65,9 Prozent in Städten leben. In wirtschaftlich starken Ländern sind es sogar 86,2 Prozent der Menschen. Unsere Welt ist auf eine sehr extreme Art erdölabhängig. Wie ich in meinem Eintrag: „Klimawandel und Urbanisierung“noch genauer erklären werde, ist es aber absolut notwendig, dass wir mehr CO2 einsparen, als wir erzeugen. Nur so haben wir eine Chance die Zwei Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Nun ist es aber leider so, dass CO2 durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen entsteht. Wir wissen heute: dass, laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur rund 45 Billionen US-Dollar nötig sein werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 auch nur zu halbieren (Davis).

Und Davis hat Recht. Man kann sich nicht vorstellen, wie ein Leben in diesen Jahren aussehen könnte. Man kann sich nicht vorstellen, dass jemand so viel Geld aufbringt, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. Denn in der Vergangenheit wurden wichtige Entscheidungen nicht von Menschen getroffen, die sich in dem Moment vorgestellt haben 2050 fünfzig zu sein. So basieren heute viele politische Tatsachen auf kurzfristiger Denkweise.

Folglich liegt es an uns Zwanzigjährigen verdammt hoffnungsvoll zu sein. Und darum geht es mir bei diesem Blog. Ich möchte für junge Menschen hoffnungsvolle Perspektiven aufzeigen, weil es unsere Kinder sind die in den 2030ern aufwachsen werden.